Wer etwas erreichen will, braucht Willenskraft.

Wirklich?

Nun, eines ist sicher:

Die wissenschaftliche Basis der Willenskraft ist anders, als die meisten Menschen glauben.

Was es damit auf sich hat, erfährst Du im heutigen Artikel.

Benötigte Lesezeit: ca. 7 Minuten

Was ist Willenskraft

Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft – vielmehr aus unbeugsamen Willen.

– Mahatma Ghandi

Vereinfacht ausgedrückt, können wir die Willenskraft folgendermaßen definieren.

Willenskraft ist die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, die wir ungern tun aber trotzdem wissen, dass wir sie tun sollten.

Du kennst das sicherlich.

Das Projekt muss abgeschlossen werden oder die Hausarbeit wartet auf Dich. Oder Du solltest mal wieder zum Sport gehen. Auch, wenn Du dazu gerade keine Lust hast, weißt Du trotzdem, dass Du es tun solltest.

Um eine solche unbequeme Entscheidung zu treffen, erfordert es Willenskraft.

Das Ganze hat einen Haken:

Unsere Willenskraft ist begrenzt. Ist sie aufgebraucht, sinkt die Wahrscheinlichkeit, sich für eine solche „unbequeme Tätigkeit“ zu entscheiden gegen null.

Der Verbrauch von Willenskraft

Stelle Dir die Willenskraft wie einen Muskel vor.

Jedes mal, wenn wir ihn einsetzen, verbrauchen wir etwas an Energie, etwas an Willenskraft. Nach einer Zeit fällt es immer schwerer, die richtigen Entscheidungen zu treffen, bis der Muskel am Emde völlig erschöpft und die Willenskraft aufgebraucht ist.

Doch die gute Nachricht ist:

Die Willenskraft ist eine regenerierbare Ressource.

Mittels richtiger Ernährung, Pausen und ausreichend Schlaf laden wir unsere „Willenskraft-Speicher“ wieder auf und sie stehen uns am nächsten Tag wieder zur Verfügung.

Doch es gibt noch eine Möglichkeit, wie wir Willenskraft „herstellen“ können:

Willenskraft lässt sich (wie ein Muskel) trainieren. Je öfter wir sie gezielt einsetzen und uns selbst herausfordern, desto größer und stärker wird unser „Willenskraft-Muskel“.

Das beste Beispiel sind hierfür wohl Berufssoldaten, die mit scheinbar unbegrenzter Disziplin und Willenskraft ihre herausfordernden Aufgaben absolvieren.

Aus dieser Erkenntnis lassen sich zwei Learnings gewinnen:

  1. Unsere Willenskraft ist begrenzt. Wir sollten sie daher bewusst und sinnvoll einsetzen.
  2. Unsere Willenskraft verhält sich wie ein Muskel. Sie kann ermüden, sich erholen und sich durch regelmäßiges Training vergrößern.

Lass uns als nächstes schauen, welche Tätigkeiten Willenskraft erfordern.

Tätigkeiten, die Willenskraft erfordern.

Die nachfolgende Liste stammt aus dem Buch „The ONE Thing“ von Gary Keller und ist eine Auflistung der häufigsten Tätigkeiten, die Willenskraft erfordern.

  • Neue Verhaltensweisen anwenden
  • Ablenkungen filtern
  • Gefühle unterdrücken
  • Aggressionen zurückhalten
  • Impulse bändigen
  • Tests absolvieren
  • Versuchen, andere zu beeindrucken
  • Angst überwinden
  • Etwas tun, das keinen Spaß macht
  • Langfristige Belohnungen gegenüber kurzfristigen Belohnungen den Vorzug geben.

Wie Du sicher siehst, sehen wir uns in unserem Alltag häufig mit diesen Herausforderungen konfrontiert. Alle davon verbrauchen unsere Willenskraft, ob wir das wollen oder nicht.

Nun genug mit der Theorie

Wie lässt sich das ganze in der Praxis nutzen?

So setzt Du Deine Willenskraft richtig ein

Das Prinzip der Willenskraft richtig anzuwenden ist nicht schwer.

Es lässt sich im Wesentlichen auf folgende Punkte herunterbrechen.

Mache Deine wichtigsten Aufgaben so früh wie möglich.

Optimal wäre direkt nach dem Aufstehen, oder nachdem Du mit der Arbeit begonnen hast. Denn dann steht Dir noch die größtmögliche Willenskraft zur Verfügung.

Triff wichtige Entscheidungen so früh wie möglich.

Eine Studie über die Entscheidungen von Richtern stellte fest, dass diese umso häufiger zugunsten des Angeklagten entscheiden, je ausgeruhter sie sind (und je mehr Willenskraft sie haben). Obwohl die Umstände der Angeklagten nahezu gleich waren, hatten die Angeklagten früh morgens eine Chance von 65% für eine positive Entscheidung, kurz vor den Pausen ging sie auf nahezu 0% zurück.

Mache Deine (gewünschte) neue Gewohnheit so früh morgens.

Wenn wir eine gesunde Gewohnheit in unser Leben integrieren möchten, wie z.B. Sport oder gesunde Ernährung, ist die Willenskraft von entscheidender Bedeutung.

Denn besonders zu Beginn ist es sehr anstrengend das Neue & Ungewohnte regelmäßig auszuführen. Je früher am Tage wir es daher tun, desto besser stehen die Chancen, dass wir die neue Gewohnheit erfolgreich etablieren.

Deshalb empfehle ich auch und mache es vor, die 30 Tage CHALLENGES direkt früh morgens nach dem Aufstehen auszuführen.

Zum Einen fühlt man sich einfach großartig, wenn man die schwierigste Aufgabe des Tages direkt zu Beginn erledigt hat und sie nicht den ganzen Tag über vor sich herschiebt. Auf der anderen Seite sind die Chancen auch einfach um ein Vielfaches höher, wenn wir sie direkt morgens ausführen.

Sobald die Gewohnheit etabliert ist, erfordert sie kaum noch Willenskraft sondern wird quasi zum „Selbstläufer“ (Näheres dazu in einem der folgenden Artikel) und kann nun auch ggfs. zu einer anderen Tageszeit ausgeführt werden.

Nun, da wir wissen, wie wir die Willenskraft optimal für uns und unsere Ziele einsetzen, bleibt nur noch eine Frage offen:

Was können wir tun, um sie zu stärken und möglichst viel davon zur Verfügung zu haben?

So steigerst Du Deine Willenskraft

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Willenskraft zu stärken.

  • Wir sorgen dafür, dass wir mehr Willenskraft haben.
  • Wir sorgen dafür, dass die Willenskraft nicht so schnell verbraucht wird.

Lass uns nun beide Möglichkeiten genauer betrachten.

So stärkst Du Deine Willenskraft

Indem wir regelmäßig Dinge tun, die uns Überwindung kosten, indem wir aus unserer Komfortzone gehen, steigern wir mit der Zeit unsere Willenskraft.

Das sind meistens Dinge, vor denen wir etwas „Bammel“ haben und uns zunächst sträuben. Je häufiger wir über unseren Schatten springen und sie dennoch tun, desto mehr stärken wir unseren „Willenskraft-Muskel“.

Hier eine sehr interessante Liste an ungewöhnlichen Dingen, um Deine Willenskraft zu stärken. Sie stammt aus dem Buch „Wer es leicht nimmt, hat es leichter“ von Mathias Fischedick.

  • Gehe spazieren und mache Fotos, von dem, was Du siehst.
  • Setze Dich in einer Sitzung / beim Essen, auf einen Platz, an dem Du sonst nicht sitzt.
  • Spiele heute ein paarmal den geheimen Wohltäter. Lege einem Kollegen Schokolade auf den Platz, stecke Geld in einen Getränke- oder Süßigkeitenautomaten ohne etwas auszuwählen. Gebe Dich auf keinen Fall als der edle Spender zu erkennen.
  • Frage junge Menschen in einer Dir wichtigen Angelegenheit um Rat (die Kinder, Praktikant, Fitnesstrainer).
  • Sage heute mindestens einem Freund / einer Freundin, warum Du ihn / sie magst.
  • Kaufe und lies eine Zeitschrift, die Du sonst niemals lesen würdest.
  • Lasse eine andere Person das Essen für Dich auswählen (Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorher bekannt geben). Iss auch Dinge, die Du eigentlich nicht magst.
  • Steige in einen x-beliebigen Bus und lasse Dich überraschen, wo er Dich hinbringt und was es während der Fahrt zu entdecken gibt.
  • Schlafe heute Nacht auf der anderen Seite des Bettes oder mit dem Kopf am Fußende.
  • Gehe ohne Geld aus dem Haus und finde heraus, wie Du den ganzen Tag nur mit kostenlosen Angeboten über die Runden kommst.
  • Nimm heute den ganzen Tag bewusst wahr, wie sich die Dinge anfühlen, die Du berührst.
  • Suche Dir in Gedanken eine Person aus, mit der Du auf Kriegsfuß stehst und schaue den ganzen Tag mit deren Brille auf Dein eigenes Verhalten.
  • Nimm heute einen anderen Weg zur Arbeit, auch, wenn es ein Umweg ist. Vielleicht nutzt Du auch ein anderes Transportmittel oder gehst zu Fuß, wenn Du es sonst nicht tust.
  • Höre heute mehr zu, als dass Du selber redest. Stelle lieber Fragen, statt zu erzählen.
  • Wann immer Du heute „NEIN“ denkst, halte inne und denke: „Warum eigentlich nicht?“ und handle danach.

So unterstützt Du Deine vorhandene Willenskraft

Um die Willenskraft nicht zu schnell zu verbrauchen, gibt es ein paar mögliche Vorgehensweisen.

  1. Ernähre Dich gesund. Komplexe Kohlenhydrate (Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte) und ausreichend Eiweiß sorgen dafür, dass Du konstant mit Energie versorgt bist und verhindern ein „Energie-Loch“, wie das Süßigkeiten oder andere stark verarbeitete Lebensmittel tun.
  2. Mache regelmäßige Pausen. Kleine, regelmäßige Pausen (z.B. an der frischen Luft) sind sehr wichtig, um Deine Willenskraft wieder (etwas) aufzuladen. Ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause kann ebenso Wunder bewirken und den Kopf etwas klarer machen.
  3. Präpariere Deine Umgebung. Wie Du unter dem Abschnitt Tätigkeiten, die Willenskraft erfordern gelernt hast, verbrauchen Ablenkungen oder die Fähigkeit, Impulse zu unterdrücken Willenskraft. Indem Du Ablenkungen wie das Handy, das E-Mail-Programm oder Süßigkeiten außer Reich- und Sichtweite platzierst, sparst Du automatisch Willenskraft ein.

Fazit

Die Willenskraft ist äußerst wichtig, wenn wir richtige Entscheidungen treffen wollen, die uns voranbringen. Doch sie ist eine begrenzte Ressource und wir müssen deshalb sorgfältig mit ihr haushalten.

Indem wir die wichtigsten Aufgaben so früh wie möglich erledigen, wenn uns noch die meiste Willenskraft zur Verfügung steht, nutzen wir unsere Ressourcen optimal.

Mithilfe von gesunder Ernährung, regelmäßigen Pausen und der regelmäßigen Vergrößerung unserer Komfortzone können wir außerdem dafür sorgen, dass unsere Willenskraft wächst und uns möglichst lange zur Verfügung steht.

Sobald eine Gewohnheit (z.B. mithilfe einer 30-Tage-Challenge) etabliert ist, erfordert diese, im Gegensatz zum Anfang, nur noch ein minimales Maß an Willenskraft und es ist fast einfacher, die Gewohnheit weiter zu verfolgen, als sie nicht zu tun.


 

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